Tag der Pflege 2025
Unverzichtbar! Wie geht gute Pflege in der Zukunft?
Zum Tag der Pflege nimmt die katholische Betriebsseelsorge und die katholische und evangelische Klinikseelsorge die Menschen, die im Krankenhaus Stockach arbeiten in den Blick.
Menschen die in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern arbeiten leisten einen hohen Beitrag für unsere Gesellschaft. Gut ausgebildetes Fachpersonal, das Zusammenspiel aller Beschäftigten sind unverzichtbar für das Funktionieren unseres Gesundheitssystems. Immer wieder wird daran gerüttelt. Die Finanzierung wird zunehmend schwieriger. Investoren haben das Geschäft mit der Pflege entdeckt und führen so manches Krankenhaus wie einen Wirtschaftsbetrieb. Aus Aktionärssicht oft sehr erfolgreich.
Die vergangene Bundesregierung hat gerade in den letzten Jahren die kleineren Krankenhäuser geschlossen. Ein eklatanter Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz alle Menschen wird billigend in Kauf genommen, wenn der ländliche Raum medizinisch schlechter gestellt wird. Deshalb ist die Auswahl des Krankenhauses in Stockach zum Tag der Pflege kein Zufall. Schon am 05.07.2023 hat Heike Gotzmann/Betriebsseelsorgerin Bodensee-Hohenzollern 10 Forderungen an die teilnehmenden Ministerinnen und Minister der Gesundheitsministerkonferenz in Friedrichshafen übergeben.
Pflegekräfte sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems und ihre Rolle für die gesamte Gesellschaft wird oft unterschätzt. Es ist an der Zeit, ihnen die Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdienen.
Viele kleinere Krankenhäuser sind mit Herausforderungen konfrontiert, die durch die zunehmende Kommerzialisierung des Gesundheitswesens verstärkt werden. Der Fokus auf Profitmaximierung kann dazu führen, dass die Qualität der Pflege leidet und die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte sich verschlechtern. Es ist wichtig, dass wir uns für eine faire Vergütung und bessere Arbeitsbedingungen einsetzen, um die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern und die wertvolle Arbeit der Pflegekräfte zu honorieren. Wir haben nicht zu wenig ausgebildetes Pflegepersonal in Deutschland, sondern überdurchschnittlich viele Menschen, die aus den Pflegeberufen in andere Berufe gewechselt haben.
Der Kostendruck auf die Krankenhäuser wächst stetig. Die Krankenhäuser in Radolfzell, Pfullendorf, Bad Saulgau wurden bereits geschlossen. Mit jeder Schließung wird die Grundversorgung prekärer.
Eigentlich müssten die Alarmglocken bei jeder Frau und jedem Mann laut schrillen. Es bleibt erstaunlich ruhig. Solange man selbst noch nicht in einer entsprechenden Notfallsituation war, scheint alles weit weg.
An diesem Tag der Pflege sollten wir nicht nur die Leistungen der Pflegekräfte anerkennen, sondern auch aktiv für Veränderungen eintreten. Wir müssen sicherstellen, dass die Stimmen der Pflegekräfte gehört werden und dass ihre Bedürfnisse in der politischen Diskussion berücksichtigt werden. Nur so können wir eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Pflege gewährleisten. Krankenhäuser dürfen nicht in den finanziellen Ruin getrieben werden, weil sie die Daseinsvorsorge vor Ort leisten.
DANKE an alle Mitarbeitenden, die mit ihrer Empathie und ihrem unermüdlichen Einsatz hier im Krankenhaus in Stockach unterwegs sind. Sie sind es, die in den schwierigsten Zeiten für uns da sind, und sie verdienen unsere höchste Anerkennung und Unterstützung.

Foto von links nach rechts:
Gudrun Stolz /ev. Kirchengemeinde Stockach, Heike Gotzmann/kath. Betriebsseelsorge, Michael Hanke/Geschäftsführung KKH Stockach, Markus Buhl/Betriebsrat KKH Stockach, Heidrun Riegger /ev. Kirchengemeinde Stockach, Christina Wöhrle/kath. Klinikseelsorgerin
